Besonders unter Druck stehen hierbei mittelständische, familiengeführte Lebensmittelproduzenten. Laut Schnellschätzung der Statistik Austria blieben die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel im Oktober gegenüber dem Vorjahr unverändert. D.h. mit 0 % (!) lag die Teuerung in dieser Gruppe deutlich unter der Gesamtinflation von 3,6 %. Auf der Erzeugerstufe lagen die Preise für Nahrungs- und Futtermittel im September sogar um 1,6 % UNTER dem Vorjahreswert. Das heißt, die Erzeuger bekommen für ihre Produkte im Schnitt WENIGER als vor einem Jahr.
Energie, Rohstoffe, Personal und Vorleistungen werden teurer. Gleichzeitig fordern große Handelsketten bessere Konditionen und akzeptieren höhere Einkaufspreise meist nicht oder nur begrenzt. Wer dauerhaft auf steigenden Kosten sitzen bleibt, muss Investitionen verschieben, beim Personal sparen oder im schlimmsten Fall den Betrieb zusperren. Damit stehen heimische Betriebe, Arbeitsplätze und Wertschöpfung auf dem Spiel, während internationale Konzerne Österreich bereits den Rücken kehren (Bsp. ARDO). Viele Familienbetriebe können kaum auf andere Absatzmärkte ausweichen. Wenn eine große Kette ihre Produkte aus dem Sortiment nimmt, lässt sich dieser Absatz oft schwer bis gar nicht ersetzen. Aus diesem Grund gibt es hier ein enormes Abhängigkeitsverhältnis. Die AK fordert mehr Preistransparenz, die Abschaffung des Österreich-Aufschlags und eine Beweislastumkehr bei starken Preiserhöhungen. Wer mehr Transparenz an der Kassa fordert, muss auch entlang der gesamten Wertschöpfungskette hinschauen. Wer kann die Konditionen diktieren, und wer bleibt auf den Mehrkosten sitzen? Der Preisradar der STATISTIK AUSTRIA zeigt gut auf, wie sich die Preise auf den einzelnen Stufen der Versorgungskette seit 2023 entwickelt haben. Hier sind das Bundeskanzleramt Österreich und die Bundesregierung gefordert. Nach ihrer Klausur im September 2025 kündigte sie eine umfassende Beobachtung der Lebensmittelpreise entlang der Wertschöpfungskette und vierteljährliche Berichte an. Zugleich wollte die Bundesregierung das Wettbewerbsmonitoring der Bundeswettbewerbsbehörde | Austrian Federal Competition Authority stärken und die Eingriffsmöglichkeiten der Wettbewerbsbehörde nach Branchenuntersuchungen stärken. Als Pro Lebensmittel Österreich fordern wir, dass die Bundeswettbewerbsbehörde die Daten aus dem Preisradar regelmäßig und unabhängig auswertet und interpretiert. Dabei ist zu untersuchen, warum sich Erzeuger- und Verbraucherpreise unterschiedlich entwickeln und welche Rolle die Verhandlungsmacht entlang der Lebensmittelversorgungskette spielt. Darüber hinaus fordern wir eine erneute Branchenuntersuchung. Ergeben sich dabei Hinweise auf einen Missbrauch von Einkaufsmacht, muss die Behörde konsequent einschreiten...
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Österreich
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