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January 7, 2026

Was als „Verhandlung“ bezeichnet wird, ist für viele familiengeführte Produktionsbetriebe längst eine einseitige Machtdemonstration.

Große Handelskonzerne verfügen über eine enorme Marktmacht, die nicht nur über Listungen und Konditionen entscheidet, sondern über das wirtschaftliche Überleben heimischer Produzenten. Das ist kein Einzelfall und kein Marktmechanismus.

Es ist das Ergebnis einer extremen Machtkonzentration im Lebensmitteleinzelhandel.

Wenn nachvollziehbare Kostensteigerungen systematisch negiert und abgeschmettert werden, stellt sich die Frage nach Verantwortung und möglichem Missbrauch von Marktmacht. Wer Marktmacht verantwortungsvoll nutzt, stärkt die Wertschöpfungskette. Wer sie ausreizt, zerstört jene Betriebe, die Qualität, Regionalität und Versorgungssicherheit garantieren. Fairness ist dabei kein Schlagwort, sondern konkret messbar:

- Preise, die reale Kosten tatsächlich abdecken,

- Wertsicherung statt einseitiger Konditionsforderungen,

- faire Verhandlungen und Vereinbarungen auf Augenhöhe

- Planungssicherheit statt kurzfristiger Ausschreibungen

- Partnerschaft statt permanenter wirtschaftlicher Druckausübung

Politik und Wettbewerbshüter sind gefordert, diese Realität ernst zu nehmen: Marktmacht klar zu benennen, unfaire Handelspraktiken wirksam zu begrenzen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die faire Preise und echte Verhandlungen ermöglichen. Sonst haben mittelständische, familiengeführte Lebensmittelproduzenten in Österreich kaum Chancen zu überleben.

Ein gutes Jahr für familiengeführte Produktionsbetriebe wird es nur dann geben, wenn Fairness entlang der Wertschöpfungskette nicht als politischer Wille bleibt und als Werbeslogan dient, sondern verbindlich gelebt und durchgesetzt wird.

Im Zuge der Preis- und Fairnessdebatte wurde seitens Politik und Handel vieles zugesagt und versprochen. Ist 2026 das Jahr der Trendumkehr oder verschärfen sich die teils existenzbedrohenden Herausforderungen familiengeführter Produktionsbetriebe in der Zusammenarbeit mit den Handelsketten weiter?

Wir werden sehen, wie rasch die zugesagten Fairnessmaßnahmen seitens Politik und Handel in die Tat umgesetzt werden - eines ist sicher - wir bleiben dran!

Das können Sie auch - bei jedem Einkauf! Für Österreichs produzierende Familienbetriebe!

Kontakt

Pro Lebensmittel
office@pro-lebensmittel.at

Herrengasse 1
4550 Kremsmünster
Österreich

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