
So erfreulich günstige Lebensmittelpreise für Konsumentinnen und Konsumenten auch sind, sie sind kaum ein Beweis dafür, dass der Wettbewerb im Handel gut funktioniert und die Handelskonzerne dafür die Lorbeeren beanspruchen können. „Die mehr als 500.000 Beschäftigten in der österreichischen Lebensmittelproduktion und den verbundenen Zulieferbetrieben würden das wohl auch anders sehen“, meint jedoch Kai Peter Höller vom Netzwerk produzierender Familienbetriebe.
„Die heimischen Lebensmittelhändler und Nahversorger wirken seit Jahren inflationsdämpfend“, sagt Rainer Will vom Handelsverband. Doch wer trägt die Inflationsdämpfung wirklich? „Viele der mehr als 500.000 Beschäftigtenentlang der österreichischen Lebensmittelproduktion würden das wohl auch anderssehen“, meint jedoch Kai Peter Höller vom Netzwerk produzierender Familienbetriebe.
Wenn Kosten für Rohstoffe, Löhne, Energie, Verpackung, Logistik, IT und sonstige Dienstleistungen für Produzenten steigen, diese meist nicht oder nur teilweise abgegolten werden, dann spricht vieles dafür, dass die Inflationsdämpfung vor allem von den vorgelagerten Wertschöpfungsstufengetragen wird.
📊 Dem Preisradar der Statistik Austria kommt da eine besondere Bedeutung zu. Dieser zeigt auf, dass Verbraucherpreise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke von Jänner 2023 bis Juni 2026 um 12,0% (lt. VPI) gestiegen sind, wogegen die an die Erzeugervergüteten Preise bei Nahrungs- und Futtermittel lediglich um 1,9% (lt. EPI) gestiegen sind.
Die Indizes haben sich hier um bis zu zehn Prozentpunkte und beispielsweise bei Fleisch- und Wurstprodukten, sowie bei Milchprodukten sogar noch deutlicher auseinanderentwickelt.
⚠️ Setzt sich diese Entwicklung fort, verlieren viele österreichische, familiengeführte Lebensmittelproduzenten ihre Investitions- und Innovationskraft, büßen ihre Wettbewerbsfähigkeit ein und drohen vom Markt zu verschwinden.
Leistbare Lebensmittel sind wichtig. Sie dürfen aber nicht dadurch ermöglicht werden, dass steigende Kosten durch die Marktmacht des Handels bei heimischen Produzenten hängen bleiben. Denn eine Inflationsdämpfung auf Kosten der Lebensmittelproduzenten wäre weder fair noch nachhaltig.
🏛️Die Bundesregierung hat die STATISTIK AUSTRIA im September 2025 mit einer Preisbeobachtung beauftragt. Der veröffentlichte Preisradar bildet lediglich eine Grundlage. Was fehlt, sind die Erkenntnisse über die Ursachen dieser Entwicklung.
Hier sind das Bundeskanzleramt Österreich und das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus gefordert, dafür zu sorgen, dass diese Daten regelmäßig und unabhängig durch die Bundeswettbewerbsbehörde| Austrian Federal Competition Authority geprüft und wettbewerblich eingeordnet werden.
🔎 Dabei muss geprüft werden, ob die hohe Handelskonzentration und die damit verbundene Verhandlungsmacht missbräuchlich eingesetzt werden, indem Kosten und Risiken auf Produzenten verlagert werden und dadurch die Margen des Handels abgesichert oder ausgebaut werden. Nur so können Ursachen identifiziert, mehr Transparenzgeschaffen und Maßnahmen gesetzt werden, um möglichen Fehlentwicklungen vorzubeugen.
⚖️ Leistbare Lebensmittel und faire Wertschöpfung sind kein Widerspruch. Es liegt an der Bundesregierung und den zuständigen Institutionen, für mehr Transparenz und faire Wettbewerbsbedingungen entlang der Lebensmittelversorgungskette zu sorgen.
Auch als Konsument:in können Sie beides unterstützen: Setzen Sie auf Lebensmittel österreichischer Familienmarken. Damit stärken Sie regionale Wertschöpfung, sichern Arbeitsplätze und leisten einen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Österreich.
Pro Lebensmittel
office@pro-lebensmittel.at
Herrengasse 1
4550 Kremsmünster
Österreich
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